Von Waffen, Müll und Diebesgut

Auf dem Weg zu meiner täglichen Runde, fallen mir Plastikplanen am Feldrand (P&R-Parkplatz) ins Auge.

Eigentlich will ich da gar nicht putzen, sondern entlang der Bundesstraße vom Parkplatz bis zur Flüchtlingsunterkunft, Brabanter Weg.

Also halte ich an, um wenigstens die Planen aus dem Gebüsch zu befreien.

Jetzt, da das Laub vollständig gefallen ist, kann man auch gut erkennen, was im Unterholz zum Vorschein kommt.

Also verschaffe ich mir durch Brombeeren und andere Hecken Zugang zum Müll.

Nicht nur Müll…

Nummernschilder, nagelneue Holzböcke, 32 Pfandflaschen und jede Menge Tüten, Planen und wie immer, Verpackungen

Immer wieder krieche ich aus dem Gestrüpp heraus, denn einen Müllsack mitzunehmen, macht wenig Sinn. Die Äste und Dornen würden ihn zerreißen.

So kommt ein ganzer Sack zusammen. Vieles ist gar nicht zu erreichen.

Doch ein Erlebnis möchte ich noch erwähnt wissen.

Unter gefallenem Laub finde ich eine Geldbörse. Natürlich ist kein Bargeld mehr drin.

Aber Ausweispapiere, Krankenkassenkarte, Fotos, und einiges mehr.

Ich fahre zu der angegebenen Adresse auf dem Personalausweis.

Leider befindet sich das Haus im Umbau, aber der Name auf der Klingel ist identisch mit dem Namen der Dame.

Im Fenster der Nachbarin sehe ich eine Person und beschließe dort zu klingeln.

Sie kann mir sofort weiterhelfen und ruft Frau A. an.

Zum Glück lebt sie noch und ist wohlauf. Nur ihre Adresse hat sich geändert.

Nun wohnt sie direkt bei mir um die Ecke.

Sie sagt ihrer ehem. Nachbarin, dass sie mich sehr gerne kennenlernen möchte und natürlich ist sie interessiert, wie ich zu ihrem Eigentum komme.

Auf dem Weg nach Hause, biege ich eine Straße vorher ab und finde ihre Klingel in einem Mehrparteienhaus auf Anhieb.

Sie öffnet.

Eine ganz andere Frau steht vor mir. Klein, zierlich, alt.

„Sind Sie Frau A.?“

„Ja“, sagt sie.

Und dann erzählt sie mir, dass ihr diese Geldbörse vor mindestens 7 Jahren bei Norma gestohlen wurde, das Passbild mit Tränen in den Augen streichelnd.

Sie ist so dankbar, dass sie mich herein bittet.

Da ich aber verschlammt bin, lehne ich dankend ab.

Ich habe heute eine alte Dame glücklich gemacht, weil ich beim Müll sammeln auf ihre

schon lange vergessene Geldbörse gestoßen bin.

Das Nummernschild und die Waffe werde ich zur Polizei in Lechenich bringen

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